Dingolfinger Gymnasium zu Gast am Eberlhof

Auf dem Stundenplan: “Selfie mit Huhn”

Online Moor­hüh­ner jagen war vor­ges­tern – leben­di­ge Eberl-Hüh­ner ein­fan­gen, auf den Arm neh­men und strei­cheln, das war ein ganz neu­es Erleb­nis für vie­le der 51 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Klas­sen 6c und 6e des Din­gol­fin­ger Gym­na­si­ums. Die tausch­ten am ver­gan­ge­nen Mitt­woch, im Rah­men ihres Natur- und Tech­nik-Unter­richts, näm­lich kur­zer­hand die vir­tu­el­le gegen die rea­le Dimen­si­on in Sachen Huhn ein – und waren am Ende „voll begeis­tert“ von ihrem Besuch auf dem Geflü­gel­hof Eberl in Mar­k­lk­ofen.

Hoch inter­es­siert frag­ten die Jugend­li­chen Hof-Inha­ber Franz Eberl und sei­ner Lebens­ge­fähr­tin Mari­an­ne Bau­er Löcher in den Bauch und lie­ßen sich alles genau­es­tens erklä­ren: „Wel­che Hüh­ner legen grü­ne oder blaue Eier?“, „Wo kann man bei mir zuhau­se genau die­se Eier kau­fen?“, „Wie lan­ge leben die Hüh­ner?“, „Was bekom­men sie zu fres­sen?“, „Wer­den sie manch­mal von Greif­vö­geln ange­grif­fen?“ – das waren nur eini­ge Fra­gen, die die Schü­ler bren­nend inter­es­sier­ten.

Mit ihrem Aus­flug zum Eberl Geflü­gel­hof in Mar­k­lk­ofen hat­ten die bei­den Fach­leh­re­rin­nen Ursu­la Kel­bel (6c) und The­re­sia Karl (6e) jeden­falls voll ins Schwar­ze getrof­fen und für künf­ti­ge Anschau­ungs­aus­flü­ge „ganz neue Maß­stä­be gesetzt“. „Da hängt die Meß­lat­te für die Zukunft jetzt ver­dammt hoch“, stell­ten bei­de augen­zwin­kernd am Ende des Besuchs fest: „Da wer­den bestimmt bald wei­te­re Klas­sen von unse­rer Schu­le zu Besuch kom­men, wenn die erst erfah­ren, wie span­nend unser Aus­flug war.

Das hät­ten wir uns nicht träu­men las­sen, das es so inter­es­sant ist“, schwärm­te Ursu­la Kel­bel. Die Leh­re­rin hat­te den Geflü­gel­hof Eberl im Web ent­deckt und war so ange­tan, dass sie beschloss, ein­fach mal anzu­ru­fen und nach­zu­fra­gen, ob denn ein Besuch mög­lich wäre.

Den Leh­re­rin­nen war es ein Anlie­gen, dass die Schü­ler wis­sen, wo ihre Früh­stücks­ei­er her­kom­men und nicht nur das Super­markt­re­gal als Ursprungs­ort ver­mu­ten: „Zudem war uns wich­tig, dass sie Jugend­li­chen selbst sehen, wie Hüh­ner heu­te bei uns gehal­ten wer­den und wel­che Arbeit damit ver­bun­den ist.“ Und da die Kids im Unter­richt gera­de das The­ma Vögel, dar­un­ter auch Hüh­ner, durch­nah­men, bot sich die Ver­knüp­fung von Natur, Tech­nik und Land­wirt­schaft gera­de­zu an. Denn obwohl die Schü­ler mehr oder weni­ger alle auf dem Land leben, wis­sen vie­le nicht mehr, „wie Land­wirt­schaft funk­tio­niert“.

Das abso­lu­te Erleb­nis gab es gleich zu Beginn, als die Kids ins ein­ge­zäun­te Gehe­ge der frei­lau­fen­den Hühn­chen durf­ten. Da waren plötz­lich das schar­ren­de, picken­de, gackern­de und neu­gie­ri­ge Feder­vieh min­des­tens so inter­es­sant wie Fuß­ball- oder Pop­stars. Zumin­dest wur­den sie eben­so häu­fig foto­gra­fiert – am liebs­ten bei der Geschick­lich­keits- und Mut­pro­be „Huhn ein­fan­gen, auf den Arm neh­men und strei­cheln“. Dann hieß es „Smi­le“ und „Chee­se“ und los ging das Blitz­licht­ge­wit­ter.

Die klei­nen, flin­ken Stars im Feder­kleid nahmen’s in den meis­ten Fäl­len ziem­lich gelas­sen und man­che schie­nen die Abwechs­lung sogar sicht­lich zu genie­ßen. Kein Wun­der, sind Hüh­ner von Natur aus doch eine ziem­lich kom­mu­ni­ka­ti­ve Spe­zi­es. Beson­ders da die Kids eine Rati­on Extra-Fut­ter als zusätz­li­ches Lock­mit­tel ver­tei­len durf­ten. Dies besteht in der Haupt­sa­che aus Mais und Wei­zen – bei­des eben­falls vom Eberl-Hof.

Danach wur­de der Stall der gesel­li­gen Hüh­ner­schar ein­ge­hend von innen inspi­ziert. Nach dem aus­gie­bi­gen Stu­di­um der flei­ßi­gen Erzeu­ger durf­ten die Schü­ler dann den Eberl-Eier-Auto­ma­ten, von dem es mitt­ler­wei­le sie­ben Stück im Land­kreis gibt – in Mar­k­lk­ofen, Reis­bach, Land­au, Pil­s­ting, Gott­frie­ding und zwei­mal in Din­gol­fing – aus­pro­bie­ren. Hier kann man 24 Stun­den lang, 365 Tage im Jahr fri­sche, gekühl­te Eier, Nudeln sowie Toma­ten­so­ße aus dem Eberl-Sor­ti­ment erste­hen.

Nächs­te Sta­ti­on war die Pack- und Sor­tier­ab­tei­lung mit Durch­leucht-Vor­rich­tung, um ver­schmutz­te oder kaput­te Eier aus­zu­sor­tie­ren, sowie lan­gen För­der­bän­dern, auf denen die Eier auto­ma­tisch nach Grö­ßen­ka­te­go­ri­en ver­teilt sowie am Ende aus­lie­fe­rungs­fer­tig ver­packt wer­den.

Nach soviel Ein­drü­cken war nun aber eine klei­ne Pau­se fäl­lig – mit Geträn­ken, bun­ten Brot­zeit­ei­er und fri­schen Bre­zen. In klei­nen Grup­pen wur­den danach der Hof­la­den und die elek­tro­ly­ti­sche Was­ser­auf­be­rei­tungs­an­la­ge besich­tigt. Letz­te­re, so erfuh­ren die Schü­ler, trägt maß­geb­lich zur Gesund­heit der Hüh­ner bei und den Ein­satz von Anti­bio­ti­ka kom­plett über­flüs­sig. Der Ren­ner im Hof­la­den waren Erd­beer-Schman­kerl, die zum der­zei­ti­gen sai­so­na­len Sor­ti­ment gehö­ren – von Mari­an­ne Bau­er mit viel Talent und Lie­be her­stellt.

Damit war natür­lich die letz­te Sta­ti­on des Aus­flugs, das gegen­über­lie­gen­de Erd­beer­feld von Sepp Eder, wo die Kids Erd­bee­ren für den Eigen­be­darf pflü­cken durf­ten, noch ein ganz beson­de­res I‑Tüferl. Die Leh­re­rin­nen bedank­ten sich für den infor­ma­ti­ven und rund­um über­zeu­gen­den Besuch bei Franz Eberl und Mari­an­ne Bau­er denn auch ihrer­seits mit Spe­zia­li­tä­ten aus der Regi­on – dies­mal her­ge­stellt aus Hop­fen.

Geflügelhof Eberl
Qualität und Frische. Aus Marklkofen im Vilstal.