Regierung von Niederbayern auf Lernexkursion

Niederbayerische Regierungsdelegation besichtigte Geflügelhof Eberl

Der Geflü­gel­hof Eberl in Mar­k­lk­ofen hat­te am Mitt­woch, 15. Dezem­ber 2017, Besuch von einer Dele­ga­ti­on der nie­der­baye­ri­schen Regie­rung mit Rai­ner Hasel­beck an der Spit­ze, der seit 1. Dezem­ber 2016 Regie­rungs­prä­si­dent von Nie­der­bay­ern ist. Beglei­tet wur­de er unter ande­rem von den Behör­den­lei­tern der nie­der­baye­ri­schen Ämter für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten (AELF). 

The­ma der Exkur­si­on durch zwei Land­krei­se (LKs) war die „Wert­schöp­fung in der Land­wirt­schaft“. Ziel war der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch über beson­de­re Ver­mark­tungs­stra­te­gi­en und enge Kun­den­bin­dun­gen direkt vor Ort. Aus­ge­wählt waren zwei inno­va­ti­ve Betrie­be – der Geflü­gel­hof Eberl in Mar­k­lk­ofen / LK Din­gol­fing-Land­au und der Milch­vieh­be­trieb der Fami­lie Thal­ham­mer in Aham / Land­kreis Lands­hut.

Video-Beitrag von Isar TV

Besuch von Regie­rungs­prä­si­dent Rai­ner Hasel­beck mit sei­ner Dele­ga­ti­on
1. Teil: Besuch  bei der Fami­lie Thal­ham­mer
2. Teil: Besuch auf dem Eberl­hof mit Inter­view Franz Eberl.

Per­so­nen im Bild – von links nach rechts
Peter Eisgruber-Rauscher, erster Bürgermeister Marklkofen • Susanne Winkler, AELF Landshut, Mitarbeiterin des Regierungsansprechpartners • Manuela Thalhammer, dahinter Josef Thalhammer, Betriebsleiterehepaar des Milchviehbetriebes Thalhammer mit „Stoi-Cafe“, das von der Delegation des Regierungspräsidenten am Vormittag besichtigt wurde • Franz Gassner, erster Bürgermeister Frontenhausen • Roland Spiller, Behördenleiter ALE Niederbayern • Heinrich Trapp, Landrat Dingolfing-Landau • Monika Deubzer, Behördenleiterin AELF Landau/Isar • Josef Eichenseer, Behördenleiter AELF Pfarrkirchen • Fritz Wittmann, stellvertretender Landrat Landshut • Friedhelm Dickow, BBV-Kreisobmann Landkreis DGF • Werner Eberl, Behördenleiter AELF Landshut • Georg Sachsenhauser, BBV-Kreisobmann Landkreis Landshut • Rainer Haselbeck, Regierungspräsident der Regierung von Niederbayern • Josef Groß, Behördenleiter AELF Straubing • Franz Eberl, Inhaber Geflügelhof Eberl • Karl Birk, Regierung von Niederbayern, Gruppe Landwirtschaft und Forsten • Markus Eberl, Junior Geflügelhof Eberl • Dr. Heinrich Niedermaier, Behördenleiter AELF Deggendorf • Robert Schnellhamer, Behördenleiter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau-Rotthalmünster • Gerhard Stadler, BBV-Bezirkspräsident Niederbayern • Roswitha Heiß-Brenninger, Behördenleiterin AELF Abensberg • Christian Loibl, Behördenleiter AELF Regen

Der Regie­rungs­prä­si­dent wur­de bei sei­nem Besuch in Mar­k­lk­ofen beglei­tet von den Behör­den­lei­tern der nie­der­baye­ri­schen Ämter für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten (AELF): Ros­wi­tha Heiß-Bren­nin­ger, AELF Abens­berg, Dr. Hein­rich Nie­der­mai­er, AELF Deg­gen­dorf, Moni­ka Deu­b­zer, AELF Landau/Isar, Wer­ner Eberl, AELF Lands­hut mit Kol­le­gin Susan­ne Wink­ler, Robert Schnell­ham­mer, AELF Pas­sau-Rott­hal­müns­ter, Josef Eichen­se­er, AELF Pfarr­kir­chen, Chris­ti­an Loibl, AELF Regen, Josef Groß, AELF Strau­bing und Behör­den­lei­ter Roland Spil­ler vom Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung (ALE) in Nie­der­bay­ern sowie Ver­tre­ter des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­ban­des. Die regio­na­le Poli­tik war ver­tre­ten durch Land­rat Hein­rich Trapp und die ers­ten Bür­ger­meis­ter von Mar­k­lk­ofen und Fron­ten­hau­sen, Peter Eis­gru­ber-Rau­scher und Dr. Franz Gas­s­ner.

Treff­punkt der waren die bei­den Mobil­stäl­le ober­halb der Bio­gas­an­la­ge, die seit Herbst 2016 die Frei­land-Lege­hen­nen­hal­tung auf dem Eberl­hof als zwei­te Betriebs­ein­heit ver­stär­ken. Wer­ner Eberl – mit dem Fami­li­en­be­trieb Eberl nicht ver­wandt und ver­schwä­gert – begrüß­te die Gäs­te und nann­te zu Beginn eini­ge Zah­len rund um den Eier­ver­brauch: Der jähr­li­che Pro-Kopf-Ver­brauch der Deut­schen beträgt rund 235 Eier. Dabei stammt gut die Hälf­te der in Bay­ern geleg­ten Eier (2014 = 620.308 Stück) aus Nie­der­bay­ern (2014 = 313.135 Stück).

Regie­rungs­prä­si­dent Rai­ner Hasel­beck hob die beson­de­re Rol­le der Land­wirt­schaft her­vor: „Bei aller Glo­ba­li­sie­rung und Inter­na­tio­na­li­sie­rung bleibt Hei­mat eine star­ke Kom­po­nen­te und die wird beson­ders von der Land­wirt­schaft gehegt und gepflegt. Denkt man an Bay­ern und Nie­der­bay­ern im Beson­de­ren, kommt einem immer auch die Land­wirt­schaft in den Sinn.“

Franz Eberl, Inha­ber des Geflü­gel­hofs Eberl, der von sei­nem Sohn und Nach­fol­ger Mar­kus beglei­tet wur­de, der der­zeit an der Land­wirt­schaft­li­chen Schu­le Lands­hut im ers­ten Semes­ter stu­diert, bedank­te sich bei dem zahl­rei­chen Gäs­ten, die alle „vom Fach“ waren: „Es ist uns eine Ehre, euch heu­te bei uns begrü­ßen zu dür­fen. Wir haben zuerst schon etwas geschluckt, weil wir gera­de einer­seits gera­de mit­ten in einem Bau­vor­ha­ben ste­cken und ande­rer­seits das Weih­nachts­ge­schäft schon anläuft.“

Danach ging’s für die Gäs­te vom Fach auch gleich gleich „ans Ein­ge­mach­te“. Sie erfuh­ren von Franz Eberl, dass die bei­den Mobil­stäl­le nicht zuletzt eine Reak­ti­on auf den Samo­nel­len-Skan­dal von 2014 der Fir­ma Bay­ern-Ei, mit Stäl­len in den Land­krei­sen Deg­gen­dorf und Din­gol­fing-Land­au, war:

Man kann sich ein­fach nicht hun­dert­pro­zen­tig schüt­zen. Ein Rest­ri­si­ko bleibt immer. Und wenn es pas­siert und bei­spiels­wei­se ein Sal­mo­nel­len-Fund auf­taucht, dann heißt es Eier­au­to­ma­ten lee­ren, Hof­la­den aus­räu­men und den gesam­ten Betrieb­dicht machen. Zumin­dest den Teil, der eine epi­de­mio­lo­gi­sche Stal­l­ein­heit bil­det. Das ist für jeden Betrieb eine wirt­schaft­li­che Kata­stro­phe.“

Aus die­sem Grund hat der Eberl­hof mit den bei­den Mobil­stäl­len einer­seits die Frei­land­hal­tung aus­ge­baut und zudem eine zwei­te, unab­hän­gi­ge Stal­l­ein­heit gebil­det. Beson­ders nach dem Fipro­nil-Skan­dal vom Som­mer die­ses Jah­res, erwies sich die Erwei­te­rung als äußerst hilf­reich, um die ver­stärk­te Ver­brau­cher­nach­fra­ge nach Eiern aus der Regi­on, das heißt mit gesi­cher­ter Her­kunft, bedie­nen zu kön­nen.

Nach­dem die Besu­cher sich auch in den Stäl­len umse­hen und von der art­ge­rech­ten Hal­tung über­zeu­gen konn­ten – mit vor­be­rei­te­ten Plas­tik­über­zie­hern für die Schu­he und zusätz­li­chem Des­in­fek­ti­ons­bad – ging es per Auto-Kon­voi wei­ter zum Hof an der Reis­ba­cher Stra­ße.

Hier konn­ten die inter­es­sier­ten Besu­cher als ers­tes einen Blick auf ein wei­te­res High­light in der Regio­nal­ver­mark­tung wer­fen – das Kon­zept der Hof­la­den-Auto­ma­ten. Mit den ganz­jäh­rig tem­pe­rier­ten Eier-Auto­ma­ten, bestückt mit Eiern, aber auch Ori­gi­nal Eberl Nudeln und Haus­ma­cher Toma­ten­so­ße und Hüh­ner­sup­pe, kön­nen Ver­brau­cher an zehn Stand­or­ten im Land­kreis Din­gol­fing-Land­au rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, fri­sche Pro­duk­te für eine gesam­te Mahl­zeit ein­kau­fen.

Aner­ken­nen­der Kom­men­tar des gebür­ti­gen Vils­bi­burr­gers Rai­ner Hasel­beck nach einem Blick auf das Auto­ma­ten-Ange­bot: „Damit dad i auch bes­tens über den Tag kom­men.“ Mit die­ser Mei­nung steht er nicht allei­ne. „Nach dem ers­ten Test am Stand­ort Mar­k­lk­ofen im Jahr 2012 hat sich die Beliebt­heit der Auto­ma­ten und damit auch ihre Anzahl ganz her­vor­ra­gend ent­wi­ckelt“, so Franz Eberl. „Das ent­las­tet uns ein wenig bei den Öff­nungs­zei­ten unse­res Hof­la­dens und gleich­zei­tig machen die Auto­ma­ten aber auch noch zusätz­lich Wer­bung für uns.“

Doch auch hier sind höchs­te Qua­li­täts­kon­trol­le und stän­di­ge Ein­satz­be­reit­schaft ein unbe­ding­tes Muss. Für den Fall, dass mal etwas nicht funk­tio­nie­ren soll­te, ist Franz Eberl auch am Wochen­en­de für sei­ne Kun­den da und um eine schnel­le Lösung der meist tech­ni­schen Pro­ble­me bemüht.

Nächs­ter Besich­ti­gungs-Stopp war die Pack­stati­on, wo die Besu­cher einen Ein­blick in die gesam­te Her­stel­lungs- und Ver­mark­tungs­ket­te gewin­nen konn­ten und wei­te­re Fra­gen rund um die Eier­pro­duk­ti­on und -ver­mark­tung stel­len konn­ten. Nicht weni­ger inter­es­sant war die eige­ne Fut­ter­her­stel­lung und die natür­li­che Was­ser­auf­be­rei­tung, die auf dem Eberl­hof zur Des­in­fek­ti­on des Tränk­was­sers und bei der Rei­ni­gung der Stäl­le ein­ge­setzt wird: „Mit die­ser Metho­de hat sich der Gesund­heits­zu­stand unse­rer Hüh­ner enorm gestei­gert, so dass wir bereits seit über sie­ben Jah­ren ganz ohne Anti­bio­ti­ka aus­kom­men.“

Nach den aus­führ­li­chen Detail­in­for­ma­tio­nen rund um das erfolg­rei­che Lege­hen­nen­ge­schäft war zum Abschluss des Besuchs eine Pau­se im Hofst­überl ange­sagt – hier war­te­ten schon Mari­an­ne Bau­er, Lebens­ge­fähr­tin von Franz Eberl, und sei­ne Toch­ter Ber­na­det­te mit Kaf­fee und selbst­ge­mach­ten Back­wa­ren. Und auch einen Besuch im Hof­la­den – mit all den sai­so­na­len High­lights aus „Mari­an­nes Schman­kerl­kü­che“, lie­ßen sich die Gäs­te natür­lich nicht neh­men. Rai­ner Hasel­beck: „Wir haben heu­te viel gelernt wie es vor Ort in der Pra­xis funk­tio­niert und neh­men vie­le Anre­gun­gen mit, um behörd­li­che Hür­den und Auf­la­gen künf­tig auf jeden Fall nicht noch höher zu machen – bezie­hungs­wei­se sie, wenn irgend mög­lich abzu­bau­en.“

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