Foodsharing und Foodsaving II

Alternative gegen „Das große Wegschmeißen“

Rund ein Drit­tel aller welt­weit pro­du­zier­ten Lebens­mit­tel wan­dern in den Müll, so eine Stu­die der Ver­ein­ten Natio­nen, obwohl sie noch ess­bar sind. Ver­ur­sa­cher sind neben Pri­vat­haus­hal­ten auch Unter­neh­men, die die gel­ten­den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen und Vor­ga­ben für den Ver­kauf befol­gen. Der Geflü­gel­hof Eberl in Mar­k­lk­ofen hat jetzt einen Weg gefun­den, um die Res­sour­cen­ver­schwen­dung von Lebens­mit­teln zu ver­mei­den: Er unter­stützt die Food­sa­ving und Food­s­haring Initia­ti­ve von Lydia Unter­holz­ner in Poxau.

Neue Wege gehen

Die Debat­te ist gera­de hoch­ak­tu­ell: Welt­weit geht es um etwa 1,3 Mil­li­ar­den Ton­nen noch genieß­ba­rer Lebens­mit­tel. Laut der WWF-Stu­die „Das gro­ße Weg­schmei­ßen“ sind es allein in Deutsch­land über 18 Mil­lio­nen Ton­nen. Davon wären fast zehn Mil­lio­nen ver­meid­bar. Immer mehr Bür­ger suchen nach Wegen, um die­se Ver­schwen­dung zu ver­mei­den. Lokal bil­den sich immer häu­fi­ger Food­s­haring und Food­sa­ving Initia­ti­ven, die sich ehren­amt­lich für einen scho­nen­de­ren Umgang mit Lebens­mit­teln ein­set­zen und Lebens­mit­teln eine eine zwei­te Chan­ce geben wol­len.

Zur Erklärung:

Food­s­haring ist, wenn Pri­vat­per­so­nen unter­ein­an­der übrig­ge­blie­be­ne oder zu viel ein­ge­kauf­te Lebens­mit­tel anbie­ten oder abho­len.

Food­sa­ving ist, wenn Mit­glie­der der Initia­ti­ve Lebens­mit­tel von klei­nen und gro­ßen Lebens­mit­tel­an­bie­tern und -pro­du­zen­ten abho­len und sie Abneh­mern – wie bei­spiels­wei­se der Tafel, Frau­en­häu­sern oder Fami­li­en­zen­tren, aber auch pri­va­ten Per­so­nen etc. zur Ver­fü­gung stel­len. 

Eine Bewegung die beständig wächst

In Mar­k­lk­ofen hat Lydia Unter­holz­ner jetzt eine sol­che Ini­ti­via­ti­ve ins Leben geru­fen und konn­te den Eberl­hof in Mar­k­lk­ofen zum Mit­ma­chen bewe­gen. Hier fal­le­nin der neu­en Eier­fär­be­rei am Hof wäh­rend des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses von den Eberl’s Bun­te Brot­zeit­ei­ern unver­meid­lich auch immer wie­der Eier an, die aus ver­schie­de­nen Grün­den nicht im nor­ma­len Ver­kauf lan­den (dür­fen) – sei es durch Fehl­far­ben oder klei­ne Ris­se an der Scha­len­ober­flä­che.

Inha­ber Franz Eberl: „Es ist für uns eine ganz super Sache: Jetzt gehen die­se Eier an Lydia Unter­hol­zer und ihre Mit­strei­ter. Dort wer­den sie wei­ter­ver­teilt. Alle Eier sind super­frisch und geschmack­lich ein­wand­frei und kön­nen bei­spiels­wei­se bei Fehl­far­ben ganz nor­mal ver­wen­det wer­den – sie hal­ten sich min­des­tens 28 Tage bei unver­letz­ter Scha­le im Kühl­schrank. Wenn die Scha­len­ober­flä­che bei der Pro­duk­ti­on etwas beschä­digt wur­de, dann sind sie eben­falls top in der Qua­li­tät, sie müs­sen nur etwas schnel­ler ver­braucht wer­den.“

Auf dem Eberl­hof, der das Fut­ter für sei­ne Hüh­ner fast aus­schließ­lich selbst her­stellt oder von lang­jäh­ri­gen, ver­trau­ens­wür­di­gen Part­nern – bei­spiels­wei­se Soja – bezieht, haben umwelt­freund­li­ches Wirt­schaf­ten, Qua­li­tät und Fri­sche aus Prin­zip obers­te Prio­ri­tät. Alle Eier sind mehr­fach zer­ti­fi­ziert und schon seit fast 10 Jah­ren wer­den kei­ne Anti­bio­ti­ka oder ande­re che­mi­schen Zusät­ze, Geschmacks­ver­stär­ker, Hor­mo­ne, Anti­bio­ti­ka, Tier­meh­le oder Abfall­pro­duk­te etc., ein­ge­setzt. „Die Initia­ti­ve von Lydia Unter­holz­ner passt hier genau in unser Kon­zept. Bei Bedarf wer­den wir auch sai­so­nal das Bio­ge­mü­se, dass wir im Hof­la­den anbie­ten, dort­hin wei­ter­ge­ben, falls etwas übrig­blei­ben soll­te.“ 

Food­s­haring-Initia­ti­ven zum Ver­tei­len über­schüs­si­ger Lebens­mit­tel gibt es übri­gens außer in Deutsch­land auch in Öster­reich und der Schweiz. Getra­gen wer­den sie vom Ver­ein food­s­haring e.V., der 2012 gegrün­det wur­de. Wer in der Gemein­de Mar­k­lk­ofen die Initia­ti­ve, die sich im Ver­bund mit Gleich­ge­sinn­ten aus Fron­ten­hau­sen und Reis­bach enga­giert, unter­stüt­zen möch­te, fin­det wei­te­re Infor­ma­tio­nen auf der Face­book-Sei­te von Lydia Unter­holz­ner: „Und: Wir sind jeder­zeit offen für neue Betrie­be, die ihre  Lebens­mit­tel eben­falls ger­ne noch wei­ter­ge­ben möch­ten.“

Erschienen im Dingolfinger Anzeiger und im Vilstalboten | April 2019

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