Vogelgrippe-Gefahr bleibt bestehen

Nach wie vor nur Original Eberl-Eier aus Bodenhaltung

Trotz Lockerung der allgemeinen Stallpflicht ist Gefahr nicht gebannt

„Auf­grund des aktu­ell rück­läu­fi­gen Geflü­gel­pest­ge­sche­hens bei Wild­vö­geln in Bay­ern“ hat das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz (StMUV) am 15. März 2017 offi­zi­ell die all­ge­mei­ne Stall­pflicht gelo­ckert“. Die Locke­rung bedeu­tet aller­dings kei­ne grund­sätz­li­che Ent­war­nung, son­dern nur eine Ver­schie­bung der Ver­ant­wort­lich­kei­ten: „Ab sofort gibt es nur noch eine ört­lich begrenz­te Auf­stal­lungs­pflicht bei neu­en Nach­wei­sen der Geflü­gel­pest. Eier kön­nen wie­der als Frei­land­ei­er ver­mark­tet wer­den.“…

Fast gleich­zei­tig zur Locke­rung der seit Novem­ber 2016 gel­ten­den bun­des­wei­ten Stall­pflicht wur­den in Mar­k­lk­ofen in der Nähe des Aus­lass­werks am Vil­stal­stau­see nun aller­dings erst­mals infi­zier­te Wild­vö­gel­ka­da­ver (Schnat­ter- und Tafel­en­te) gefun­den. So währ­te das Auf­at­men bei Franz Eberl, Inha­ber des gleich­na­mi­gen Geflü­gel­hofs in Mar­k­lk­ofen, nicht sehr lan­ge, denn so nah war die Gefähr­dung noch nie gewe­sen.

Wie haben Sie auf die Mel­dun­gen reagiert?

Franz Eberl: Natür­lich erst ein­mal mit Erleich­te­rung. Wir haben ja im letz­ten Herbst extra zwei neue Mobil­stäl­le für wei­te­re Frei­land­hüh­ner ange­schafft. Die Stäl­le sind zwar hoch­mo­dern aus­ge­rüs­tet, aber trotz­dem hät­ten wir unse­ren Hüh­nern natür­lich ger­ne end­lich Aus­lauf gebo­ten. Aber die Mel­dung der infi­zier­ten Wild­vö­gel direkt vor der Haus­tür hat die Bedro­hungs­la­ge für uns im Ver­gleich zu den Mona­ten zuvor eher ver­schärft, obwohl sich doch die all­ge­mei­ne Lage offi­zi­ell ent­spannt hat.“

Wel­che Maß­nah­men haben Sie auf­grund der neu­en Lage getrof­fen?

Franz Eberl: „Wir sind natür­lich mit dem Vete­ri­när­amt in Kon­takt, um uns über mög­li­che wei­te­re Fun­de auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Da es aber kein offi­zi­el­les Ver­bot für Frei­land­hal­tung in unse­rer Regi­on mehr gibt, liegt die Ver­ant­wor­tung der­zeit allein bei den ein­zel­nen Betrie­ben. Aus Sicher­heits­grün­den haben wir uns daher ent­schie­den, dass unse­re Hüh­ner nach wie vor nicht ins Freie dür­fen – zum Schutz unse­rer Tie­re, der Nach­bar­be­trie­be und unse­rer Kun­den. Denn wenn etwas pas­siert, dann ist es defi­ni­tiv zu spät. Dann sind die Fol­gen weit­rei­chend und exis­tenz­ge­fähr­dend. Dann müss­te bei Anste­ckung der gan­ze Bestand gekeult wer­den und Nach­bar­be­trie­be im Umfeld könn­te sicher­heits­hal­ber das glei­che Schick­sal erei­len.“

Das heißt für die Ver­brau­cher, es kom­men nach wie vor kei­ne Frei­land­ei­er aus ihrem Betrieb auf den Markt?

Franz Eberl: „Bis auf Wei­te­res nicht. Man darf ein­fach nicht ver­ges­sen, dass bereits ein Gramm infi­zier­ter Vogel­kot aus­reicht, um eine Mil­li­on Tie­re anzu­ste­cken. Und wenn die Vögel über unse­re Wie­sen flie­gen und koten oder auf unse­ren Grün­flä­chen zwi­schen­lan­den, dann bekommt man das ein­fach nicht mit und ver­hin­dern kann man es auch nicht.

Wir war­ten jetzt ab, ob die Fun­de ein Ein­zel­fall waren. Da das Virus bei wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren, die wir ja Gott sei Dank jetzt haben, wesent­lich kür­zer über­lebt, wer­den wir in den nächs­ten ein bis zwei Wochen ent­schei­den, wann wir unse­re Tie­re dann end­lich ins Freie las­sen. Dann gibt es auch wie­der Ori­gi­nal Eberl-Eier aus Frei­land­hal­tung.“

Infos des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums für Umwelt u. Ver­brau­cher­schutz vom 16. März 2017

Um eine erneu­te grö­ße­re Aus­brei­tung der Vogel­grip­pe in der Wild­vo­gel­po­pu­la­ti­on rasch zu erken­nen, führt Bay­ern das bestehen­de Wild­vo­gel­mo­ni­to­ring inten­siv wei­ter. Umwelt­mi­nis­te­rin Ulri­ke Scharf: “Das kon­se­quen­te Han­deln der Vete­ri­när­be­hör­den und die Ver­nunft der Geflü­gel­hal­ter haben ein groß­flä­chi­ges Über­grei­fen der Geflü­gel­pest auf Nutz­tier­be­stän­de in Bay­ern ver­hin­dert. Den­noch beob­ach­ten wir die Situa­ti­on wei­ter­hin genau und ste­hen in engem Kon­takt mit den Behör­den des Bun­des und der Län­der. Wenn es die Situa­ti­on erfor­dert, wer­den wir wei­ter­hin kon­se­quent im Sin­ne der Tier­ge­sund­heit und der Seu­chen­be­kämp­fung han­deln.” Da immer wie­der Situa­tio­nen ein­tre­ten kön­nen, die eine Stall­pflicht für das Geflü­gel not­wen­dig machen, soll­ten sich Geflü­gel­hal­ter grund­sätz­lich Gedan­ken machen, wie die Aus­wir­kun­gen der­ar­ti­ger Schutz­maß­nah­men in Zukunft mög­lichst gering gehal­ten wer­den kön­nen.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten sind in Deutsch­land über 1.000 Fäl­le der Geflü­gel­pest bei Wild­vö­geln und über 80 Fäl­le beim Haus­ge­flü­gel bestä­tigt. In Bay­ern gab es bei Wild­vö­geln rund 120 Nach­wei­se in allen sie­ben Regie­rungs­be­zir­ken und neun Nach­wei­se in haupt­säch­lich klei­ne­ren Nutz­ge­flü­gel­be­stän­den.

Ver­hal­tens-Tipps für Bür­ger vom Land­rats­amt Din­gol­fing-Land­au

Ver­hal­tens-Tipps für Bür­ger vom Land­rats­amt Din­gol­fing-Land­au

Das Land­rats­amt bit­tet die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, ver­en­de­tes Wassergeflügel(Wildenten, Wild­gän­se, Schwä­ne usw.) sowie grö­ße­re Wild­vö­gel (Möwen, Rei­her etc.) dem Vete­ri­när­amt, der jewei­li­gen Gemein­de oder der Poli­zei zu mel­den. Tote Tie­re soll­ten auf kei­nen Fall ohne Schutz­hand­schu­he berührt wer­den.

Zur Ver­hin­de­rung einer Erre­ger­ver­schlep­pung sol­len Hun­de in den Stau­see­ge­bie­ten der Isar, am Vil­stal­stau­see und an grö­ße­ren Wild­vo­gel­sam­mel­plät­zen nicht frei her­um­lau­fen.

Kon­takt:
Land­rats­amt Din­gol­fing-Land­au
Abt. Vete­ri­när­we­sen
Mail: veterinaerwesen@landkreis-dingolfing-landau.de
Tele­fon: 08731/87–507

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