Bundesweite Stallpflicht wegen Vogelgrippe-Gefahr

Freilandhaltung durch zwei Mobilställe erweitert

… doch auch auf dem Eberlhof gilt – vorerst Stubenarrest für Freilandhennen

Das Früh­jahr steht vor der Tür – das freut nicht nur die Men­schen, son­dern auch unse­re Lege­hen­nen. Denn die dür­fen dann end­lich wie­der ins Freie. Wenn es wie­der wär­mer wird, ist die Gefahr der Anste­ckung mit der Vogel­grip­pe hof­fent­lich vor­erst vor­bei und damit auch die Zeit der amt­lich ver­ord­ne­ten Stall­pflicht.

Verbraucher-Information zur Eier-Deklarierung bei Stallpflicht

Auf­grund der all­ge­mei­nen amt­li­chen Stall­pflicht gibt es der­zeit kei­ne Frei­land­ei­er zu kau­fen. Für eine 12-wöchi­ge Über­gangs­zeit durf­ten die Eier trotz ver­ord­ne­ter Stall­pflicht noch als Frei­land­ei­er ver­kauft wer­den. Ab Febru­ar tra­gen auch alle unse­re Eier jetzt die Kenn­zeich­nung „Eier aus Boden­hal­tung“.

Bis es soweit ist, dass unse­re Lege­hen­nen wie­der den Aus­lauf auf den weit­räu­mi­gen Grün­flä­chen genie­ßen kön­nen, sind sie sicher in unse­ren moder­nen Stäl­len unter­ge­bracht. Im ver­gan­ge­nen Herbst haben wir übri­gens die Frei­land­hal­tung auf dem Eberl­hof erwei­tert: Neben unse­rem sta­tio­nä­ren Stall mit gro­ßer Grün­flä­che haben wir jetzt auch zwei Mobil­stäl­le für die Frei­land­hal­tung im Ein­satz, die Som­mer wie Win­ter über ein sehr gutes Stall­kli­ma ver­fü­gen. Die Stäl­le sind nach den neu­es­ten tech­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen kon­stru­iert und wer­den von den Hüh­nern „begeis­tert ange­nom­men“.

Bay­ern­weit – wie auch im übri­gen Bun­des­ge­biet – gilt die der­zei­ti­ge Stall­pflicht seit Novem­ber 2016, um einen Kon­takt der Tie­re mit durch­zie­hen­den Wild­vö­geln zu ver­mei­den, die nach der­zei­ti­gen Erkennt­nis­sen die pri­mä­re Gefah­ren­quel­le für eine mög­li­che Anste­ckung sind. Auch ein even­tu­el­les  Rest­ri­si­ko durch Import­fut­ter­mit­tel kön­nen wir für unse­re Lege­hen­nen aus­schlie­ßen, da wir unser Fut­ter grund­sätz­lich selbst her­stel­len, denn Ver­brau­cher-sicher­heit steht für uns immer an vor­ders­ter Stel­le.

Zusätzlicher Verbraucherschutz durch Futter im Eigenanbau

Ein gesun­der Spei­se­plan für die Lege­hen­nen ist daher schon seit Jah­ren wich­ti­ger Bestand­teil einer art­ge­rech­ten Hal­tung und Garant für den unver­wech­sel­ba­ren Geschmack unse­rer Ori­gi­nal Eberl-Pro­duk­te. Hof-Inha­ber Franz Eberl:

„Unse­re Lege­hen­nen – die alle in Boden- und Frei­land­hal­tung leben – bekom­men täg­lich frisch gemah­le­nes Fut­ter aus Wei­zen und Mais von unse­ren eige­nen Fel­dern, die wir kon­trol­liert und umwelt­scho­nend bewirt­schaf­ten. Ange­rei­chert wird es mit Mine­ral­stof­fen und Soja­boh­nen von zuver­läs­si­gen Betrie­ben aus der Regi­on oder Öster­reich. So kön­nen wir sicher­stel­len, dass unser Fut­ter weder gen­ma­ni­pu­liert ist, noch che­mi­sche Zusatz­stof­fe wie Geschmacks­ver­stär­ker, Hor­mo­ne, Anti­bio­ti­ka, Tier­meh­le oder Abfall­pro­duk­te etc., ent­hält.“

Die­se sorg­fäl­ti­ge Aus­wahl und Zusam­men­stel­lung des Fut­ters wirkt sich nach­weis­lich posi­tiv auf die Gesund­heit der Lege­hen­nen auf dem Eberl-Hof aus, eben­so die Was­ser­auf­be­rei­tung durch ein Elek­tro­ly­se­sys­tem aus Baden-Würt­tem­berg. „Des­halb kön­nen wir bei­spiels­wei­se bereits seit fast zehn Jah­ren voll­stän­dig auf den Ein­satz von Anti­bio­ti­ka ver­zich­ten“, so Franz Eberl.

Hoffnung, dass sich Frühlingstemperaturen positiv auswirken

Wann genau die der­zei­ti­ge Stall­pflicht endet, hängt stark von den äuße­ren Wit­te­rungs­um­stän­den ab. Bei küh­lem, feuch­tem Wet­ter bleibt das Vogel­grip­pe-Virus lan­ge infek­ti­ös, bei war­mem, trock­nen Früh­lings­wet­ter mit einer höhe­ren UV-Strah­lung wird es dage­gen schnell inak­tiv.

Das Fried­rich-Loeff­ler-Insti­tut (FLI) mit Haupt­sitz auf der Insel Riems hat hier­zu ver­schie­de­ne Expe­ri­men­te und Unter­su­chun­gen durch­ge­führt: So waren die Erre­ger im feuch­ten Vogel­kot bei vier Grad Cel­si­us über 35 Tage aktiv, bei Luft­tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 15 bis 20 Grad Cel­si­us dage­gen nur fünf bis 19 Tage. Bei Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren von null Grad Cel­si­us blieb das Virus bis zu 100 Tage infek­ti­ös, bei 22 Grad war­mem Was­ser hin­ge­gen war eine Infek­ti­ons­ge­fahr nach vier bis sie­ben Tagen nicht mehr nach­weis­bar. Das LFI, gegrün­det 1910, ist das Bun­des­for­schungs­in­sti­tut für Tier­ge­sund­heit und gehört als eigen­stän­di­ge Bun­des­ober­be­hör­de zum Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft.

Zum aktu­el­len Zeit­punkt kann aller­dings noch kei­ne Ent­war­nung gege­ben wer­den. Erst muss der Vogel­zug im Früh­jahr abge­war­tet wer­den. Die Belas­tung für die Umwelt durch den Kot infi­zier­ter Wild­vö­gel ist zumin­dest der­zeit immer noch eine beträcht­li­che Gefah­ren­quel­le für die hei­mi­schen Nutz­ge­flü­gel­be­stän­de. Doch auch bei wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren ist eine stän­di­ge Über­wa­chung not­wen­dig, denn in Asi­en erkrank­ten trotz hoher Tem­pe­ra­tu­ren ver­ein­zelt immer wie­der Tie­re an der Vogel­grip­pe, was aber auch an man­geln­den hygie­ni­schen Umstän­den lie­gen kann.

Wis­sens­wer­tes über die Vogel­grip­pe

Der Begriff Vogel­grip­pe wird umgangs­sprach­lich für das H5N1-Virus genutzt. Der aggres­si­ve Erre­ger gras­sier­te ab 2003 zunächst in Asi­en und brei­te­te sich anschlie­ßend über die Tür­kei bis nach Euro­pa und Afri­ka aus. Ver­ein­zelt kam es damals auch zu einer Über­tra­gung auf Men­schen. Das Virus tritt mitt­ler­wei­le in ver­schie­de­nen Vari­an­ten, Kom­bi­na­tio­nen und mit unter­schied­li­chen Sub­ty­pen auf. Seit Novem­ber 2016 wur­den in Deutsch­land die Erre­ger H5N8 sowie H5N5 iden­ti­fi­ziert, die für Nutz- und Haus­ge­flü­gel hoch­an­ste­ckend. Infek­tio­nen bei Men­schen mit die­sen Virus-For­men sind bis­her nicht bekannt.

Wirt­schaft­li­che Aus­wir­kun­gen für Geflü­gel­hal­ter

Auch wirt­schaft­lich zeigt die Vogel­grip­pe Aus­wir­kun­gen: In Betrie­ben, deren Bestän­de von der Vogel­grip­pe betrof­fe­nen sind, sowie im unmit­tel­ba­ren Umfeld muss der gesam­te Geflü­gel­be­stand ver­nich­tet wer­den. Eier, die nicht mehr aus Frei­land­hal­tung stam­men, unter­lie­gen der Preis­ge­stal­tung für Boden­hal­tungs­ei­er. Für Groß­be­trie­be kom­men Export­ein­schrän­kun­gen hin­zu, da diver­se Län­der einen Ein­fuhr­stopp für Eier und Geflü­gel aus Län­dern, die von der Vogel­grip­pe betrof­fen sind, erlas­sen haben.

Geflügelhof Eberl
Qualität und Frische. Aus Marklkofen im Vilstal.