Bürger besuchen Eberlhof

“Wir haben uns für Qualität statt Massenware entschieden!”

In der ver­gan­ge­nen Woche hat­te Gemein­de­rat und Umwelt­be­auf­trag­ter Dr. Chris­toph Kager­bau­er Mar­k­lk­ofe­ner Bür­ger zur Besich­ti­gung auf den Geflü­gel­hof Eberl ein­ge­la­den. Schwer­punkt­the­men waren Pro­duk­te aus der Regi­on und öko­lo­gi­sche Aspek­te bei der Her­stel­lung. Mehr als drei Dut­zend gro­ße und klei­ne Bür­ger, dar­un­ter auch Fried­rich Ebertse­der, Ehren­bür­ger von Mar­k­lk­ofen, infor­mier­ten sich ein­ge­hend über Lege­hen­nen und Gig­gerl.

Gleich zu Beginn ging’s zu den Frei­land­hen­nen, wo jede Hen­ne rund vier Qua­drat­me­ter Wie­sen­flä­che zur Ver­fü­gung hat. Die Anwe­sen­den durf­ten das flei­ßi­ge Feder­vieh im Stall besu­chen, was beson­ders die Kin­der und Jugend­li­chen freu­te. Die Hen­nen legen hier ihre Eier in Nes­ter aus Kunst­ra­sen, die leicht geneigt sind, so dass die Eier auf die För­der­bän­der rol­len. Rund 100 jun­ge Hen­nen, so erfuh­ren die inter­es­sier­ten Zuhö­rer, legen pro Tag rund 90 Eier, älte­re Hen­nen dage­gen rund 70 bis 80 – aber dafür sind ihre Eier grö­ßer.

Außer­dem konn­te end­lich mal auf­ge­klärt wer­den, dass es zwi­schen brau­nen und wei­ßen Eiern kei­nen Unter­schied gibt – ein­zig in der Far­be der Keim­schei­be, dem klei­nen Punkt im Dot­ter, aus dem unter ande­ren Umstän­den spä­ter mal das Küken wer­den wür­de. Und damit die Lege­her­den mög­lichst ruhig und relaxt sind, kom­men auf rund 3.000 Hen­nen 10 bis 20 Gig­gerl.

Eberl-Eier – mit Sorgfalt sortiert, gestempelt und verpackt

Danach folg­te ein Blick in die Pack­stel­le mit neu­er Sor­tier­an­la­ge. Hier lau­fen aus den ver­schie­de­nen Stäl­len die För­der­bän­der zusam­men, die die Eier auto­ma­tisch zur Wei­ter­ar­bei­tung trans­por­tie­ren. Hier wer­den sie durch­leuch­tet, nach Grö­ße bezie­hungs­wei­se Gewicht sowie Far­be sor­tiert, mit Stem­pel und Betriebs­num­mer ver­se­hen und in unter­schied­li­che Ver­pa­ckun­gen gefüllt. Schmutz- und Bruch­ei­er wer­den aus­ge­son­dert und zu klei­ne Eier wer­den bei­spiels­wei­se für die Nudel­pro­duk­ti­on ver­wen­det.

Um den hohen Qua­li­täts­stan­dard zu gewähr­leis­ten, setzt Franz Eberl hier sogar zusätz­lich zu aller Auto­ma­ti­sie­rung als Tüp­fel­chen auf dem „i“ auf das Hand­ver­le­sen der Eier in die 10er und 6 Ver­pa­ckun­gen. Zudem wird die Qua­li­tät von Eier, Fut­ter sowie Hal­tung regel­mä­ßig von ver­schie­de­nen staat­li­chen Prüf­stel­len über­wacht.

Ori­gi­nal Eberl-Eier wer­den danach in einem Umkreis von rund 100 Kilo­me­tern ver­trie­ben – auf Bau­ern­märk­ten sowie in aus­ge­such­ten Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten und an Eberl-Eier­au­to­ma­ten mit 24-Stun­den-Selbst­be­die­nungs-Ser­vice. An gro­ße Ein­kaufs­ket­ten – Aus­nah­me Ede­ka in Reis­bach – lie­fert der Geflü­gel­hof Eberl sei­ne Pro­duk­te nicht: „Hier geht es in der Regel um sehr gro­ße Men­gen und wenn man sich dann dar­auf ein­lässt, sei­nen Hof aus­zu­bau­en, ist man am Ende von den Zen­tra­len preis­lich erpress­bar, weil es ja nur eine begrenz­te Zahl von Groß­ab­neh­mern gibt.“ Franz Eberl setzt daher lie­ber auf regio­na­le Ver­mark­tung und die Direkt­ver­mark­tung über die Eier-Auto­ma­ten – ganz ohne Zwi­schen­händ­ler: „Lie­ber Qua­li­tät statt Mas­se“.

Futter – selbst gemischt und angebaut

Die gewünsch­te Qua­li­tät ist auf jeden Fall erheb­lich vom Fut­ter abhän­gig. Dies wird auf dem Eberl­hof selbst gemischt und teil­wei­se auch selbst ange­baut. Hin­zu­ge­kauft – bei­spiels­wei­se Soja­boh­nen – wird nur von aus­ge­such­ten und lang­jäh­ri­gen Lie­fe­ran­ten aus Deutsch­land und Öster­reich.

Auch der anfal­len­de Hüh­ner­mist wird umwelt­freund­lich wei­ter­ver­ar­bei­tet, das heißt in die­sem Fall in einer Bio­gas­an­la­ge in Ener­gie umge­setzt und das Gär­sub­strat wie­der auf den Fel­dern als Dün­ger ein­ge­setzt. Somit ist der Ener­gie-und Dün­ge­kreis­lauf gesi­chert. Beim Dün­gen setzt der Geflü­gel­hof Eberl außer­dem seit zwei Jah­ren auf Flüs­sigstick­stoff, da die­ser sich genau­er aus­brin­gen lässt.

Ein sehr wich­ti­ger Fak­tor bei der Ernäh­rung ist das Was­ser. Hier setzt Franz Eberl seit 2007 auf ein teu­res, aber effek­ti­ves und sehr nach­hal­ti­ges Elek­tro­ly­se­ver­fah­ren, das die Besu­cher eben­falls begut­ach­ten konn­ten: „Das Was­ser­auf­be­rei­tungs­ver­fah­ren hält unse­re Hen­nen gesund – seit fünf Jah­ren müs­sen wir kei­ner­lei Anti­bio­ti­ka mehr ein­set­zen. Für den Tier­arzt sind wir also ein äußerst schlech­ter Kun­de, weil unse­re Hen­nen nicht mehr krank wer­den.“

Eberl-Hofladen in herbstlich-weihnachtlichem Glanz

Zum Abschluss hat­ten die Besu­cher noch aus­gie­big Gele­gen­heit, sich im Hof­la­den umzu­schau­en und die vie­len sai­so­na­len Schman­kerl von Mari­an­ne Bau­er, der Lebens­ge­fähr­tin von Franz Eberl, zu begut­ach­ten und zu pro­bie­ren. Da reicht das Ange­bot von selbst gemach­tem Essig, Sirup, Likör und Haus­ma­cher-Mar­me­la­den bis zur lecke­ren Hüh­ner­sup­pe und vie­lem mehr. Einen Tel­ler Sup­pe, Würst­chen und gekoch­te Eier gab’s unter ande­rem am Ende auch zur gemein­sa­men Brot­zeit mit dem die Besich­ti­gungs­tour aus­klang.

Geflügelhof Eberl
Qualität und Frische. Aus Marklkofen im Vilstal.